Es muss einmal gesagt werden

Natürlich weiß ich, dass hier im Internet schon genügend über das Urheberrecht geschrieben wurde. Aber aus gegebenem Anlass will ich mich dazu äußern. Es ist schon sehr unverfroren, wenn Malkursteilnehmerinnen in mein Atelier kommen und als erstes einmal ihren Fotoapparat zücken und meine Bilder ungefragt ablichten. Zur Info: Es ist ein Teil meines Hausrechtes, dass ich sagen kann, ob in meinem Atelier fotografiert werden darf, dies gilt nicht nur für meine Person sondern auch für meine Werke. Ohne zu fragen, dies hinter meinem Rücken zu tun, in der Hoffnung, dass ich das nicht mitbekomme ist einfach ziemlich respektlos. Selbiges gilt natürlich, wenn sich besagte Malkursteilnehmerin später mein Werk schnappt, vor sich hinlegt und es eins zu eins kopiert. Dieses Bild war nicht einmal Thema des Kurses. Nachdem ich sie darauf angesprochen und auf das Urheberrecht aufmerksam gemacht habe, sie auch fragte warum sie mich nicht um Erlaubnis frägt, kam nur die Antwort: Du warst ja gerade mit einem anderen Kursteilnehmer beschäftigt. Die Erlaubnis zum Kopieren habe ich ihr nicht erteilt.

Besagte Kursteilnehmerinnen stellen auch immer wieder aus ….  Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Hierzu kann ich nur sagen:  Es ist nicht generell verboten, das Werk eines anderen als Grundlage für ein eigenes neues Werk, z.B. eine Fotocollage oder ähnliches, zu verwenden. Es muss aber ein gewisser Abstrahierungsgrad, also ein eigener Ausdruck geistiger bzw. kreativer Schöpfung hinzukommen. Dies ist bei einem bloßen Abmalen aber nicht der Fall, so dass dieses Vorgehen ohne meine Zustimmung leider eine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Es wird gesagt, dass ich ein ganz umgänglicher Mensch sei, aber das war dann wirklich zu viel. Die Damen waren das letzte Mal in meinem Atelier. Bestehende Anmeldungen zu meinen Kursen wurden meinerseits abgesagt.

 

Der Blick zurück

Der Blick zurück – Impressionen aus der Heimat*

*)Hei|mat  – Land, Gegend oder Ort, in dem man geboren und/oder aufgewachsen ist oder sich zu Hause fühlt, ein gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einem bestimmten Landstrich

Gezeigt werden Bilder aus meiner Heimat (eine Heimat von vielen) im Rathaus Aitrach – Vernissage: Freitag, 28. Oktober 2016, 19 Uhr

Reisen (3)

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben. – Alexander von Humboldt

 

Gut, dass ich in Ulm Menschen treffe, die sich die Welt anschauen *;-)

 

Es gibt in Venedig …

Venedig - Venezia - Venice, 2015, Aquarell, 60 cm*45 cm

Venedig – Venezia – Venice, 2015, Aquarell 60 cm*45cm

Es gibt in Venedig mit Sicherheit einen Mangel an Realität, der es unheimlich macht. Es wirkt wie ein aus einem blassen Spiegel des Himmels im Wasser entstandenes Trugbild.Und ich fühle mich selbst wie ein Trugbild. Alles wird verschwinden: bleiben wird das Wasser.

Jean-Paul Sartre

Venedig 2015

Rio San Zulan, 2014, 31*45, Watercolour

Rio San Zulan, 2014, 31*45, Watercolour

Seit meinem letzten Venedigbesuch ist nun fast ein Jahr vergangen.  Seither habe ich keine Worte gefunden, die Venedig besser beschreiben als diese:

„Abgeblättertes Rosa, Weiß mit schwarzen Tränen, das sind die Farben, die zuerst auffallen. Danach Grün und Schwarz. Das Grün des Wassers. Wenn das Wasser ruhig ist, ist es von nahem das fette Grün von Schweröl mit irisierenden Stellen und geheimen Finsternissen. In Ruhe wirkt es teigig und schnalzend. Da ist das Grün der Haarflechten, die die Mauern herabhängen und manchmal ins Wasser eintauchen. Da ist auch das Grün der Fensterläden, manchmal rein, wenn sie frisch gestrichen sind, manchmal gräulich und kastanienbraun getönt, wenn sie in der Hitze, aber ohne Sonne alt geworden und ausgetrocknet sind. Und dann ist da das Schwarz der Gassen, die hinten im Dunkeln enden, und vor allem das glänzende Schwarz der Gondeln und Lastkähne, ein Insektenschwarz. Nicht so sehr, dass es glänzt, aber die Wasserspiegelungen verleihen ihm eine Art Schimmer, einen fließenden Lack.“

aus Jean-Paul Sartre, Königin Albermarle oder Der letzte Tourist.                                                   Vorwort aus Hanns-Josef Ortheil, Venedig. Eine Verführung

So werde ich mich morgen wieder einmal auf den Weg machen, um in Venedig mit meiner Freundin Liane Käs zu malen – wie jedes Jahr! Und ich werde weiterhin nach Worten suchen, die Venedig in seiner Gesamtheit beschreiben. Oder ich belasse es einfach beim Malen.